{"id":992,"date":"2023-03-22T18:16:46","date_gmt":"2023-03-22T17:16:46","guid":{"rendered":"http:\/\/wienernachrichten.at\/?p=992"},"modified":"2023-03-22T18:16:46","modified_gmt":"2023-03-22T17:16:46","slug":"clubkultur-bis-feminismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=992","title":{"rendered":"Clubkultur bis Feminismus"},"content":{"rendered":"\n<h1>Kinorausch bei der Diagonale<\/h1>\n\n\n\n<p>Kinorausch bei der Diagonale teilen<a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?tags=Kritik\">Kritik<\/a><a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?tags=Kultur\/Film\">Film<\/a><a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?tags=%C3%96sterreich\">\u00d6sterreich<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Online seit gestern, 10:39 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer immerw\u00e4hrenden Party in dem Film \u201eDas Tier im Dschungel\u201c wird die diesj\u00e4hrige Diagonale am Dienstagabend er\u00f6ffnet. Es ist die letzte Festivalausgabe unter der Intendanz von Sebastian H\u00f6glinger und Peter Schernhuber und ein Treffen der vielf\u00e4ltigen, durchaus auch streitbaren \u00f6sterreichischen Filmszene. Das Festival findet bis Sonntag in Graz statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine rauschhafte, surreale Reise durch ein Vierteljahrhundert Clubkultur, von den sp\u00e4ten Siebzigern bis in die fr\u00fchen Nullerjahre: Der Diagonale-Er\u00f6ffnungsfilm \u201eDas Tier im Dschungel\u201c von Patric Chiha ist eine Verfilmung der gleichnamigen Novelle von Henry James und begleitet die Hauptfiguren May und John, die durch ein Geheimnis aneinander gekettet sind. Die beiden treffen sich jahrzehntelang jeden Samstag in einem Pariser Nachtclub und isolieren sich immer mehr von der pulsierenden Au\u00dfenwelt, w\u00e4hrend sie gemeinsam auf ein namenloses Ereignis warten.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen \u00e4ndern sich Moden und Musikstile, politische und gesellschaftliche Ereignisse \u00fcberschlagen sich. \u201eSelten gab sich das \u00f6sterreichische Kino mond\u00e4ner, waren sich Kino-, Pop- und Clubkultur vor dem Hintergrund der immer wieder einbrechenden\u2019 kurzen Geschichte des 20. Jahrhunderts n\u00e4her\u201c, so die Intendanten H\u00f6glinger und Schernhuber \u00fcber den Film.<\/p>\n\n\n\n<h2>Eleganz mit Melancholie<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201e\u201aDas Tier im Dschungel\u2018 ist ein melancholischer, wundersch\u00f6ner Film von gr\u00f6\u00dfter Eleganz und faszinierender Anmut. Das ist nicht nur in Zeiten wie diesen ein wahrer Gl\u00fccksfall.\u201c Mit einem \u201eder Welt zugewandten Programm\u201c, so die beiden, startet das diesj\u00e4hrige Festival, gezeigt wird am Er\u00f6ffnungsabend zudem noch der Kurzfilm \u201eNYC-RGB\u201c von Viktoria Schmid, und bei der Er\u00f6ffnung wird au\u00dferdem der Gro\u00dfe Diagonale-Schauspielpreis an Margarethe Tiesel (\u201eParadies: Liebe\u201c) verliehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/02921fb7-472a-4277-82e7-0268fc872811\/AAABhwOJzwE\/AAABhKSy4UM\/topos_bigpicture_16_9\/diagonale23-vorschau114.jpeg\" alt=\"Eine Frau schaut schockiert in die Kamera\" title=\"Na seawas, a Preis! Diagonale-Schauspielpreistr\u00e4gerin Margarethe Tiesel zeigt in \u201eDie Vermieterin\u201c ihre finstere Seite.\"\/><figcaption>Na seawas, a Preis! Diagonale-Schauspielpreistr\u00e4gerin Margarethe Tiesel zeigt in \u201eDie Vermieterin\u201c ihre finstere Seite.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Schernhuber und H\u00f6glinger hat der Er\u00f6ffnungsabend dieses Jahr spezielle Bedeutung, ist es doch die letzte Festivalausgabe, die die beiden verantworten, bevor im Juni Claudia Slanar und Dominik Kamalzadeh die Intendanz zun\u00e4chst bis 2027 \u00fcbernehmen. Insgesamt werden an den sechs Festivaltagen 115 \u00f6sterreichische Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sowie Experimentalfilme gezeigt, ein \u201ewiderspr\u00fcchliches und emotionales Festival\u201c, wie Schernhuber verspricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das liegt nicht nur an den Filmen, diese Widerspr\u00fcchlichkeit und Emotionalit\u00e4t hat auch viel mit den Debatten und Umbr\u00fcchen zu tun, die die Branche seit dem vergangenen Jahr teils \u00f6ffentlich gebeutelt haben, etwa die \u201e#MeToo\u201c-Vorw\u00fcrfe an Filmsets und in der Ausbildung, die Produktionsbedingungen von Spielfilmen, die Sicherheit von Kindern bei Dreharbeiten und vieles mehr. Begleitende Veranstaltungen und Diskussionen wie etwa zum Jahresbericht der Meldestelle #we_do! und Podien initiiert von FC Gloria sollen eine Weiterentwicklung f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/cfc39807-1061-4589-b7b5-9b3363c4156f\/AAABhwOJ8YE\/AAABhKSyRZY\/topos_body_4_3\/diagonale23-vorschau110.jpeg\" alt=\"Peter Schernhuber und Sebastian H\u00f6glinger bei einem Pressevortrag\" title=\"Diagonale\/Sebastian Reiser\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Finale mit Glamour<\/strong><br>Seit 2016 waren Sebastian H\u00f6glinger und Peter Schernhuber gemeinsam f\u00fcr die Intendanz der Diagonale verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<h2>Opulenz und Eskalation<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Filmprogramm erlaubt einen aktuellen \u00dcberblick \u00fcber das \u00f6sterreichische Filmschaffen, im Wettbewerb l\u00e4uft unter anderem ein R\u00fcckblick auf bereits gestartete Langfilme wie Ruth Beckermanns \u201eDie Mutzenbacher\u201c oder Adrian Goigingers \u201eDer Fuchs\u201c. Mit Ulrich Seidls \u201eSparta\u201c und Marie Kreutzers Sisi-Neuverortung \u201eCorsage\u201c laufen auch zwei Filme im Wettbewerb, die im vergangenen Jahr medial im Brennpunkt standen. Zugleich feiert die Diagonale \u00d6sterreich-Premieren wie etwa von Katharina M\u00fccksteins \u201eFeminism WTF\u201c und zeigt Nikolaus Geyrhalters \u201eMatter out of Place\u201c zum Thema M\u00fcll und Abfallwirtschaft, der am 21. April ins Kino kommt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/9ff16baa-e3ac-48cc-a327-a3c9bcaa9fb1\/AAABhwOJ57o\/AAABhKSy4UM\/topos_bigpicture_16_9\/diagonale23-vorschau108.jpeg\" alt=\"Eine Frau beobachtet einen Mann beim Malen\" title=\"Liebe mit eingebautem Showdown: Alma Mahler (Emily Cox) und Oskar Kokoschka (Valentin Postlmayr)\"\/><figcaption>Liebe mit eingebautem Showdown: Alma Mahler (Emily Cox) und Oskar Kokoschka (Valentin Postlmayr)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine weitere Premiere ist Dieter Berners opulenter Film \u201eAlma und Oskar\u201c nach dem Roman \u201eDie Windsbraut\u201c von Hilde Berger. Emily Cox spielt darin die seit Kurzem verwitwete Alma Mahler, die im Fr\u00fchjahr 1912 den jungen Maler Oskar Kokoschka (Valentin Postlmayr) verf\u00fchrt, im gesellschaftlichen Umfeld eines Wien, das ges\u00e4ttigt ist von Skandalen und Umbr\u00fcchen. Was f\u00fcr die Komponistin, die endlich aus dem Schatten ihres toten Mannes Gustav Mahler treten will, nicht viel mehr ist als ein erotisches Abenteuer, nimmt Kokoschka bitter ernst.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Besitzdenken f\u00fchrt die Beziehung binnen kurzer Zeit an den Abgrund, bis hin zur ber\u00fcchtigten lebensgro\u00dfen Alma-Puppe, die er sich nach der Trennung anfertigen l\u00e4sst. Mit kaum verhohlenem Humor setzen Berner und Berger dem Pathos Kokoschkas die lustbetonte Nonchalance von Alma Mahler entgegen, ein wilder Film, der in seinen braven Momenten etwas schw\u00e4chelt, in der Inszenierung von Exzess daf\u00fcr immer wieder sehr lustig ist.<\/p>\n\n\n\n<h2>Wien von oben und von unten<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Dokumentarfilmschiene stehen unter anderem zwei thematisch unterschiedliche Wienportr\u00e4ts am Programm: Bianca Geissingers \u201e27 Storeys\u201c handelt vom legend\u00e4ren, f\u00fcr seine hohe Wohnzufriedenheit bekannten Wiener Wohnpark Alterlaa. Anstatt auf ein n\u00fcchternes Architekturportr\u00e4t setzt die selbst in Alterlaa geborene Geissinger auf Skurrilit\u00e4t und l\u00e4sst es auf dem Dachterrassenschwimmbad oder in den engen holzvert\u00e4felten Hobbyr\u00e4umen geh\u00f6rig menscheln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/befac461-5664-4a39-b0c1-1adcc7f783f3\/AAABhwOJ6yI\/AAABhKSy4UM\/topos_bigpicture_16_9\/diagonale23-vorschau116.jpeg\" alt=\"Mann und Frau mit Ziegen an der Leine\" title=\"V\u00f6lliger Alltag in Wien, und wer anderes behauptet, l\u00fcgt\"\/><figcaption>V\u00f6lliger Alltag in Wien, und wer anderes behauptet, l\u00fcgt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Philipp Jedicke wiederum kommt das Wiener Popszeneportr\u00e4t \u201eVienna Calling\u201c, bei dem er ein breites Spektrum der hiesigen Acts vor der Kamera versammelt, von Nino aus Wien \u00fcber Voodoo J\u00fcrgens, Kerosin95, EsRap bis zu Steffi Sargnargel, um so etwas wie die Wiener Musikseele durchzudeklinieren. Am Wien-Klischeesackerl fand der deutsche Regisseur dabei offenkundig Gefallen: Nino sinniert beschwipst im Beisl, ein Kumpan von Lydia Haider tr\u00e4umt von der gro\u00dfen Sause im Kanalsystem \u00e0 la \u201eDritter Mann\u201c, und mit J\u00fcrgens geht\u2019s zum Peepshowkonzert und, unvermeidlich, auf den Zentralfriedhof. Stimmung: ja, tiefere Einblicke: eher wenige.<\/p>\n\n\n\n<h2>Klassenkrampf auf dem Mietmarkt<\/h2>\n\n\n\n<p>Diagonale-Schauspielpreistr\u00e4gerin Tiesel ist in gleich zwei Filmen zu sehen, als verst\u00e4ndnisvolle Oma in der U-Bahn-Romanze \u201eSterne unter der Stadt\u201c und als das genaue Gegenteil in \u201eDie Vermieterin\u201c. In der No-Budget-Produktion unter der Regie von Sebastian Brauneis m\u00f6chte die junge Schauspielerin Johanna (\u00fcberzeugend: Marlene Hauser) nur ein wenig Ruhe in ihren Alltag zwischen prek\u00e4ren Engagements und der br\u00f6selnden Beziehung mit ihrem Freund Simon bringen, idealerweise in einer leistbaren und hellen Mietwohnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem Wunsch beginnen die Probleme aber erst so richtig, ger\u00e4t sie doch an die frisch verwitwete Vermieterin Frau Schrankinger (Tiesel), die mit Unterst\u00fctzung des Maklers Mario Graf (extra windig: Lukas Watzl) und des Rechtsanwalts Dr. Winter (Thomas Frank) ihre Mieterin \u00fcber den Tisch zu ziehen versucht. Brauneis ist eine Groteske \u00fcber die Leiden von Mieterinnen und die Freuden der Immobilienbesitzerinnen gelungen, die sich erfrischend wenig ernst nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ORF auf der Diagonale<\/strong><br><br>Mit 35 Produktionen ist der ORF bei der diesj\u00e4hrigen Diagonale vertreten, darunter 24 im Rahmen des Film-\/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Kinofilme, zwei TV-Filme und eine TV-Serie, sieben Produktionen aus dem ORF-Archiv sowie eine weitere von ORF III.<br><br>Die Kinospielfilme sind \u201eB\u00f6se Spiele \u2013 Rimini Sparta\u201c, \u201eBreaking the Ice\u201c, \u201eCorsage\u201c, \u201eDas finstere Tal\u201c, \u201eDer Fuchs\u201c, \u201eEismayer\u201c, \u201eFamily Dinner\u201c, \u201eHeimsuchung\u201c, \u201eMermaids don\u2019t cry\u201c, \u201eRubikon\u201c, \u201eSparta\u201c, \u201eSterne unter der Stadt\u201c; die Kinodokumentarfilme \u201e\u2026 Ned, Tassot, Yossot \u2026\u201c, \u201e27 Storeys\u201c, \u201eA Boy\u2019s Life\u201c, \u201eDein Leben \u2013 Mein Leben\u201c, \u201eElfriede Jelinek \u2013 Die Sprache von der Leine lassen\u201c, \u201eFeminism WTF\u201c, \u201eLass mich fliegen\u201c, \u201eMatter out of Place\u201c, \u201eSouls of a river\u201c, \u201eStams\u201c, \u201eVera\u201c und \u201eVienna Calling\u201c.<br><br>Folgende ORF-TV-Produktionen feiern Diagonale-Premieren: Salzburger Landkrimi \u201eDunkle Wasser\u201c, Tiroler Landkrimi \u201eDer Tote in der Schlucht\u201c und das Serienspecial \u201eSchnee\u201c.<br><br>Aus dem ORF-Archiv laufen \u201eAsyl \u2013 Szenen aus einem Milieu\u201c, \u201eAtemnot\u201c, \u201eErz Schmerz\u201c, \u201eFrauen von G (Gaming)\u201c, \u201eAuf dem Weg nach Hollywood\u201c, \u201eSS-Nr \u2026\u201c und \u201eDie Vertreibung aus dem Paradies\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h2>\u201eKleine Fossilien, das sind meine Lieblinge\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Eines der gr\u00f6\u00dften naturhistorischen Museen der Welt als Arbeitsplatz zeigt Joerg Burgers Dokumentarfilm \u201eArchiv der Zukunft\u201c. Burger, der als Kameramann schon an Johannes Holzhausens Doku \u201eDas gro\u00dfe Museum\u201c (2014) \u00fcber das gegen\u00fcberliegende Kunsthistorische Museum beteiligt war, begleitet die Forscherinnen und Forscher im Naturhistorischen Museum Wien bei ihrem Arbeitsalltag. Dazu geh\u00f6rt etwa das Ausstopfen und Aufschneiden von Tieren und das Sammeln, Archivieren, Planen und Beobachten von Dingen und Vorg\u00e4ngen auf der Erde und im All.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/bc15ad9e-efa0-41a5-8495-f27f4e78608d\/AAABhwOJ7ow\/AAABhKSy4UM\/topos_bigpicture_16_9\/diagonale23-vorschau112.jpeg\" alt=\"Ausgestopfte Affen stehen in einer Reihe\" title=\"Ausgestopfte Affenbande in \u201eArchiv der Zukunft\u201c. F\u00fcr weniger brave Affen siehe \u201eZoo Lock Down\u201c.\"\/><figcaption>Ausgestopfte Affenbande in \u201eArchiv der Zukunft\u201c. F\u00fcr weniger brave Affen siehe \u201eZoo Lock Down\u201c.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Film erlaubt einen Blick hinter die Kulissen und macht die Begeisterung f\u00fcr die Arbeit erlebbar, etwa wenn eine Mitarbeiterin schw\u00e4rmt: \u201eKleine Fossilien, das sind meine Lieblinge.\u201c Mit lebenden Tieren befasst sich daf\u00fcr der Essayfilm \u201eZoo Lock Down\u201c von Andreas Horvath: W\u00e4hrend der Gro\u00dfteil \u00d6sterreichs 2020 im ersten Lockdown ausharrte und sich mit Kinderbetreuung, Existenzangst oder Brotbacken auseinandersetzte, nutzte der Salzburger Regisseur die Gelegenheit, in den Zoo zu gehen und v\u00f6llig ungest\u00f6rt tage- und wochenlang Tiere zu beobachten, mit Kamera, Mikrofon und sehr viel Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Entspannte Raubkatzen, nerv\u00f6se rote Pandas, Nash\u00f6rner in intimen Situationen, und, fragloser H\u00f6hepunkt des Films, zutrauliche Lemuren: Horvaths Film reflektiert das Dasein der Tiere in ihren Gehegen, die \u00fcblicherweise wie B\u00fchnendarsteller Wildnis repr\u00e4sentieren, deren Dasein ohne Publikum aber auf einmal eine andere Bedeutung gewinnt. Allein durch Perspektive, Schnitt und pointierten Musikeinsatz entstehen pfiffige Miniaturen, kleine Erz\u00e4hlungen und gro\u00dfe Beobachtungen, die ein Panorama des Salzburger Zoos und seines Alltags in Abwesenheit der Besuchermassen ergeben.<\/p>\n\n\n\n<h2>\u201eMagic Marisa\u201c und europ\u00e4ische Kulturgeschichte<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Programm der Reihe \u201eZur Person\u201c gilt diesmal dem \u00f6sterreichisch-serbischen Filmemacher und Drehbuchautor Goran Rebic, \u00fcber den es im Katalog hei\u00dft: \u201eRebics Arbeiten sind Memorabilien, die Erinnerungen mit Blick auf die Zukunft wachhalten.\u201c Immer wieder befasst sich Rebic in seinen Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilmen mit Arbeitsmigration, mit dem Zerfall Jugoslawiens und mit der Donau als Lebensader und findet unterschiedliche Perspektiven auf europ\u00e4ische Kulturgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im gemeinsam mit dem Filmarchiv Austria, dem \u00d6sterreichischen Filmmuseum und dem ORF kuratierten Spezialprogramm \u201eFinale\u201c blickt die Diagonale auf das Verh\u00e4ltnis des \u00f6sterreichischen Films zu Endzeit und Apokalypse, hier gibt es unter anderem ein Wiedersehen der Generationenstudie \u201eAtemnot\u201c von K\u00e4the Kratz (1984).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schiene \u201eIn Reverenz\u201c widmet sich der widerspr\u00fcchlichen Grazer Filmschauspielerin Marisa Mell (1939\u20131992), von der vier selten gezeigte Filme laufen. Begleitend ist im Graz Museum die Ausstellung \u201eMagic Marisa\u201c zu sehen. Die Preisverleihungen finden am 26. M\u00e4rz im Grazer Orpheum statt. Neu ist ein Preis f\u00fcr die beste Filmkomposition.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Florian Baranyi, Leonie Markovics, Magdalena Miedl, Paula Pfoser, alle ORF Topos, und Sonia Neufeld, ORF.at (Text und Videokritik), Magdalena Miedl (Gestaltung), ORF Topos, Annika Sophie M\u00fcller (Schnitt), f\u00fcr ORF Topos<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sendungshinweis<\/strong><br>KulturMontag, 20.03., 22.29 Uhr<\/p>\n\n\n\n<h2>Links:<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/www.diagonale.at\/\">Diagonale<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.grazmuseum.at\/ausstellung\/magic-marisa\/\">Ausstellung \u201eMagic Marisa\u201c<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>v1.0.4-production (14. March 2023, 10:02:17)<\/p>\n\n\n\n<p>QELLE : ORF.AT <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kinorausch bei der Diagonale Kinorausch bei der Diagonale teilenKritikFilm\u00d6sterreich Online seit gestern, 10:39 Uhr Mit einer immerw\u00e4hrenden Party in dem Film \u201eDas Tier im Dschungel\u201c wird die diesj\u00e4hrige Diagonale am Dienstagabend er\u00f6ffnet. Es ist die letzte Festivalausgabe unter der Intendanz von Sebastian H\u00f6glinger und Peter Schernhuber und ein Treffen der<span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=992\">Continue Reading<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/992"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=992"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/992\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":993,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/992\/revisions\/993"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}