{"id":921,"date":"2023-03-04T15:45:06","date_gmt":"2023-03-04T14:45:06","guid":{"rendered":"http:\/\/wienernachrichten.at\/?p=921"},"modified":"2023-03-04T15:45:06","modified_gmt":"2023-03-04T14:45:06","slug":"politik-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=921","title":{"rendered":"POLITIK"},"content":{"rendered":"\n<h1>Ukrainerinnen sehen Zukunft \u00f6fter in \u00d6sterreich<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Seit mehr als einem Jahr herrscht in der Ukraine Krieg \u2013 l\u00e4nger, als viele Ukrainerinnen und Ukrainer erwartet hatten. Immer mehr Vertriebene w\u00fcrden planen, in \u00d6sterreich zu bleiben, stellte Claudia Lui, Leiterin des Beratungszentrums Ukraine der Diakonie, fest.<\/strong>Online seit heute, 10.17 UhrTeilen<\/p>\n\n\n\n<p>75 bis 80 Prozent jener, die sich dort beraten lassen, seien weiblich. Ein 20 Nationalit\u00e4ten umfassendes Team \u2013 viele Mitglieder sprechen Russisch oder Ukrainisch \u2013 hat im Beratungszentrum in Wien-Ottakring seit Kriegsbeginn etwa 13.000 Klientinnen und Klienten beraten, erz\u00e4hlte die Leiterin. Kommen ukrainische M\u00e4nner, so seien diese meist \u00e4lter oder beeintr\u00e4chtigt, da sie nur unter bestimmten Umst\u00e4nden ausreisen durften \u2013 im Rahmen der allgemeinen Mobilmachung wurde zu Kriegsbeginn f\u00fcr wehrpflichtige Ukrainer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren ein Ausreiseverbot verh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<h2>Hochqualifizierte Arbeitskr\u00e4fte<\/h2>\n\n\n\n<p>T\u00e4glich komme man auf 60 bis 70 Beratungsgespr\u00e4che. Dabei will die Diakonie \u201em\u00f6glichst breit alle Fragestellungen oder Problemfelder abdecken\u201c, meinte Lui. Man behandle das Thema Wohnen, beispielsweise Fragen zu Energiepreisen und privaten Wohnungen, sowie Arbeitsmarktintegration und leiste Sozialberatung sowie sozialmedizinische Beratung. Dabei k\u00f6nne der \u00f6sterreichische Arbeitsmarkt die Vertriebenen brauchen \u2013 etwa im medizinischen, p\u00e4dagogischen und technischen Bereich, so Lui. Der \u00fcberwiegende Teil ihrer Klientinnen habe eine Hochschulqualifikation.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Menschen seien gut digitalisiert, k\u00f6nnten schnell Deutsch lernen, sich orientieren und sich oft selbst helfen. \u201eWas mir auch sehr gut gef\u00e4llt an den Ukrainern und Ukrainerinnen ist, dass sie sich nicht so leicht dequalifizieren lassen\u201c, meinte Lui. Sie w\u00fcrden qualifiziert in den Arbeitsmarkt einsteigen wollen. Allein aus \u00f6konomischer und damit egoistischer Sicht w\u00fcrde \u00d6sterreich also gut daran tun, den Menschen aus der Ukraine entgegenzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>20.979 Besch\u00e4ftigungsbewilligungen wurden laut Arbeitsministerium f\u00fcr Vertriebene bisher erteilt, davon sind 13.378 aufrecht, 7.413 Vertriebene sind beim AMS vorgemerkt. Zwischen J\u00e4nner 2022 und J\u00e4nner 2023 haben 2.205 Ukrainer und 6.205 Ukrainerinnen \u2013 allerdings nicht nur Vertriebene \u2013 eine Besch\u00e4ftigung aufgenommen.<\/p>\n\n\n\n<h2>Familienzusammenf\u00fchrungen in \u00d6sterreich<\/h2>\n\n\n\n<p>Viele Ukrainerinnen w\u00fcrden Monat um Monat damit hadern, zur\u00fcckzugehen und k\u00f6nnten sich so keine Perspektive aufbauen, meinte Lui. Immer mehr Vertriebenen werde aber bewusst, dass sie die Zukunft unter Umst\u00e4nden in \u00d6sterreich verbringen werden. Es sei \u201edurchaus wahrscheinlich\u201c, dass Familienzusammenf\u00fchrungen in Zukunft in \u00d6sterreich stattfinden und nicht in der Ukraine. Besonders in den Kindern sieht Lui einen Anker: \u201eJe eher die Kinder in \u00d6sterreich sozialisiert werden, desto eher bleiben auch die Eltern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In ihre Mutterrolle w\u00fcrden Ukrainerinnen teils erst in \u00d6sterreich intensiver eintauchen. Frauen seien durch die Flucht oft zu Alleinerzieherinnen geworden. Das sei eine gro\u00dfe Umstellung, h\u00e4tten die Gro\u00dfeltern doch zuvor oft vorrangig auf die Kinder aufgepasst. Die neue Situation k\u00f6nne M\u00fctter \u00fcberfordern. Die Ukrainerinnen w\u00fcrden indes eher zu Teilzeitjobs tendieren, um ihre Kinder nicht l\u00e4nger als notwendig allein einer fremden Umgebung auszusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2>L\u00e4ngerfristiger Aufenthaltstitel<\/h2>\n\n\n\n<p>Derzeit wird ukrainischen Vertriebenen bis M\u00e4rz 2024 der Aufenthalt in \u00d6sterreich gew\u00e4hrt. Mehr Perspektiven schaffen k\u00f6nne ein l\u00e4ngerfristiger Aufenthaltstitel. Das sei die Basis etwa f\u00fcr das Unterschreiben eines Mietvertrages f\u00fcr drei Jahre oder den Beginn einer Ausbildung und k\u00f6nne davon \u00fcberzeugen, die Fremdsprache Deutsch zu lernen. Sinnvoll f\u00e4nde Lui, dass Vertriebene, die oft unter Vorerkrankungen leiden, Pflegegeld erhalten k\u00f6nnen. Positiv sieht sie das Stimmungsbild in der Gesellschaft, wo die ukrainischen Vertriebenen \u201enach wie vor willkommen sind\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>red, wien.ORF.at\/<a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/impressum-nachrichtenagenturen\/\">Agenturen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>QELLE : ORF.AT <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ukrainerinnen sehen Zukunft \u00f6fter in \u00d6sterreich Seit mehr als einem Jahr herrscht in der Ukraine Krieg \u2013 l\u00e4nger, als viele Ukrainerinnen und Ukrainer erwartet hatten. 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