{"id":919,"date":"2023-03-04T15:43:35","date_gmt":"2023-03-04T14:43:35","guid":{"rendered":"http:\/\/wienernachrichten.at\/?p=919"},"modified":"2023-03-04T15:43:35","modified_gmt":"2023-03-04T14:43:35","slug":"kultur-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=919","title":{"rendered":"KULTUR"},"content":{"rendered":"\n<h1>Baselitz und Alte Meister: Akte im KHM<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Das Kunsthistorische Museum (KHM) widmet Georg Baselitz und seinen Kopf\u00fcber-Motiven die Fr\u00fchjahrsschau. Gezeigt werden lediglich Akte. Den Werken von Baselitz werden solche Alter Meister gegen\u00fcbergestellt.<\/strong>Online seit heute, 7.00 UhrTeilen<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBaselitz. Nackte Meister\u201c sei die fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfte Ausstellung, die man im KHM bisher einem zeitgen\u00f6ssischen K\u00fcnstler \u2013 er feierte im J\u00e4nner seinen 85. Geburtstag \u2013 zur Verf\u00fcgung gestellt habe, betonte Generaldirektorin Sabine Haag am Freitag. F\u00fcnf S\u00e4le im ersten Stock wurden f\u00fcr das Gastspiel leerger\u00e4umt, dazu kommen noch die daran angeschlossenen Kabinette. Und neben Kurator Andreas Zimmermann tritt Baselitz freilich selbst als ma\u00dfgeblicher Gestalter dieses sinnlichen Parcours in Erscheinung.<\/p>\n\n\n\n<h2>K\u00fcnstler gestaltete mit<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Museum trat im Herbst 2020 an ihn mit der Idee heran, sein Oeuvre im Dialog mit selbst ausgew\u00e4hlten Bildern der hauseigenen Gem\u00e4ldegalerie zu pr\u00e4sentieren. \u201eWir haben Baselitz mehr oder weniger eine Carte blanche gegeben\u201c, so Haag, die das Ergebnis als \u201eTriumph der Malerei\u201c bezeichnete.<\/p>\n\n\n\n<h3>Fotostrecke mit 8 Bildern<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/oekastatic.orf.at\/mims\/2023\/09\/26\/crops\/w=1280,q=90\/1701300_bigpicture_628426_8_gb_m_1972_11_00_2_schnepf.jpg?s=b3dd0de4dccc8c990f5d22c904838b60fcbfbbc9\" alt=\"Georg Baselitz, Fingermalerei \u2013 Akt, 1972\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/oekastatic.orf.at\/mims\/2023\/09\/66\/crops\/w=1280,q=90\/1700770_bigpicture_628166_3_georg_baselitz_lousiana.jpg?s=69a627e0011811a8c03b54c5efff12cd5600172b\" alt=\"Georg Baselitz, Fingermalerei \u2013 Weiblicher Akt, 1972 \"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Bild&nbsp;1von&nbsp;8Weiter in der Fotostrecke<\/p>\n\n\n\n<p>Der Rundgang ist bis auf wenige Ausnahmen strikt chronologisch gestaltet und beeindruckt schon allein durch seine raumgreifende H\u00e4ngung. Die Gegen\u00fcberstellung von Baselitz mit etwa Parmigianino, Correggio, Tizian und Rubens findet n\u00e4mlich nicht nur nebeneinander, sondern auch \u00fcbereinander statt. Dadurch wird die gro\u00dfz\u00fcgige Museumsarchitektur von Gottfried Semper in einer bisher kaum da gewesenen Weise erlebbar.<\/p>\n\n\n\n<h2>Baselitz und seine Frau neben Adam und Eva<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Mehrwert dieses \u201evisuellen Gespr\u00e4chs\u201c liegt f\u00fcr Kurator Zimmermann nicht zuletzt in der \u201eRevitalisierung\u201c der Alten Meister: \u201eMan kann sp\u00fcren, dass die auch mal jung und gef\u00e4hrlich waren.\u201c Die Bez\u00fcge zwischen Alt und Neu sind dabei selten auf den ersten Blick auszumachen. Kein Wunder, interessieren Baselitz doch nicht die mythologischen oder biblischen Geschichten der Ahnen, sondern formal-\u00e4sthetische Kriterien, erkl\u00e4rte Haag.<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Raum sind die Parallelen allerdings doch einigerma\u00dfen augenf\u00e4llig. Hier dominiert das Motiv von Adam und Eva. Neben und \u00fcber den laut Sch\u00f6pfungsgeschichte ersten beiden Menschen aus der Hand u. a. von Lucas Cranach und Hans Memling leuchten die Anfang der 1970er Jahre entstandenen farbenfrohen gekippten Akte von Baselitz, die ausschlie\u00dflich ihn selbst oder seine Frau Elke zeigen. Sie sind nicht mit dem Pinsel, sondern mit den Fingern gemalt.<\/p>\n\n\n\n<h2>Ausstellungshinweis<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eBaselitz. Nackte Meister\u201c im Kunsthistorischen Museum Wien, 7. M\u00e4rz bis 25. Juni.<\/p>\n\n\n\n<h2>\u201eWilder Raum\u201c mit Gro\u00dfformaten<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Lauf der Ausstellung \u00e4ndern sich Technik und Stil von Baselitz immer wieder. Der Kurator attestiert ihm eine \u201epermanente Selbstneuerfindung in seiner Malerei\u201c. Einer eher reduzierten Phase an der Grenze zur Abstraktion in den 80ern \u2013 dominant im zweiten Saal \u2013 folgen im laut Zimmermann \u201ewildesten Raum\u201c Gro\u00dfformate mit Anleihen an Aquarell und Federzeichnung. Liebespaare werden mit den erotisierten K\u00f6rperbildern der rudolfinischen Manieristen um 1600, allen voran Bartholom\u00e4us Sprangers, kombiniert. Von deren Regelverst\u00f6\u00dfen gegen das klassische Sch\u00f6nheitsideal der Renaissance ist Baselitz besonders angetan.<\/p>\n\n\n\n<h2>Sp\u00e4twerk mit Nylonstr\u00fcmpfen<\/h2>\n\n\n\n<p>Entdecken kann man im KHM erstmals auch in fokussierter Form das Sp\u00e4twerk von Baselitz. Die letzten beiden S\u00e4le speisen sich aus Werken ab 2010 bis in die Gegenwart. Riesige Figuren in Serie, die teils an R\u00f6ntgenbilder oder Mumien denken lassen, schweben auf \u00fcberwiegend dunklem Hintergrund. Es gehe eben nicht nur um Eros, Sexualit\u00e4t und Begehren, sondern auch um das Alter, stellte Haag fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Das j\u00fcngste Bild zeigt noch einmal eine neue Seite des 85-J\u00e4hrigen. Er collagiert Nylonstr\u00fcmpfe als Gliedma\u00dfen in seine Figuren. \u201eAls wir es bekommen haben, hatte es noch gar keinen Titel\u201c, erz\u00e4hlte Zimmermann. Inzwischen hat es einen: \u201eNylonparade\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>red, wien.ORF.at\/<a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/impressum-nachrichtenagenturen\/\">Agenturen<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2>Link:<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/baselitz.khm.at\/\">Kunsthistorisches Museum<\/a><\/li><li>QELLE : ORF.AT <\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Baselitz und Alte Meister: Akte im KHM Das Kunsthistorische Museum (KHM) widmet Georg Baselitz und seinen Kopf\u00fcber-Motiven die Fr\u00fchjahrsschau. Gezeigt werden lediglich Akte. 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