{"id":1268,"date":"2023-04-09T18:27:48","date_gmt":"2023-04-09T17:27:48","guid":{"rendered":"http:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1268"},"modified":"2023-04-09T18:27:48","modified_gmt":"2023-04-09T17:27:48","slug":"modebranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1268","title":{"rendered":"Modebranche"},"content":{"rendered":"\n<h1>Der Algorithmus im Kleiderkasten<\/h1>\n\n\n\n<p>Der Algorithmus im Kleiderkasten teilen<a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?tags=Lifestyle\/Mode\">Mode<\/a><a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?tags=Technologie\/IT\">IT<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Online seit heute, 06:00 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>Digitale Technologien machen auch vor der Modebranche nicht halt. Wie wir uns kleiden, wird in naher Zukunft nicht mehr ausschlie\u00dflich der Mensch bestimmen. Mit k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) k\u00f6nnen Trends vorhergesagt und das Konsumverhalten bestimmt werden. Modedesignerinnen wie die in Antwerpen lebende Salzburgerin Flora Miranda entwickeln ihre Kollektionen mit Hilfe von Algorithmen (siehe Video). G\u00e4nzlich ersetzen k\u00f6nnen die digitalen Technologien das Handwerk aber nicht.<a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?authors=Nicola+Eller\">Nicola Eller<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Als vergangenen Herbst dem Supermodel Bella Hadid bei der Pariser Fashion Week ein Kleid auf den fast nackten Leib gespr\u00fcht wurde, lief manchen Zuschauerinnen und Zuschauern wohl ein kalter Schauer \u00fcber den R\u00fccken. Folgt auf die hohe Schneiderkunst nun Hightech-Mode aus der D\u00fcse?<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz falsch liegen sie dabei nicht. Bei den Pr\u00eat-\u00e0-porter-Shows Anfang M\u00e4rz pr\u00e4sentierte die japanische Marke Anrealage eine in Wei\u00df gehaltene Herbst\/Winter-Kollektion, die erst unter UV-Licht ihre Farbe entwickelte. \u201eDie Designbranche ist im Umbruch\u201c, meint der niederl\u00e4ndische Mode- und Technologieexperte Bradly Dunn Klerks. Viele Jahre war er CEO der Marke Iris van Herpen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit ihren futuristischen Entw\u00fcrfen aus Polyamid und Acrylglas stattete die Designerin Stars wie Bj\u00f6rk und Lady Gaga aus. Ein von ihr entworfenes und im 3-D-Druck produziertes Kleid erkor das \u201eTime Magazin\u201c als eine der \u201ef\u00fcnfzig besten Erfindungen des Jahres 2011\u201c. Auch wenn diese Haute Couture-Roben nicht alltagstauglich sind, so ist die Verschmelzung von Technologie und Handwerk wegweisend f\u00fcr die Mode der Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<h2>K\u00fcnstliche Intelligenz sagt Trends voraus<\/h2>\n\n\n\n<p>Die k\u00fcnstliche Intelligenz hat heute schon eine gro\u00dfe Auswirkung auf die Modeindustrie. Firmen wie Zalando und Asos verwenden eine spezielle Software, um den Geschmack ihrer Kundinnen und Kunden herauszufinden. Gekr\u00f6nt wird das virtuelle Shoppingerlebnis, wenn man online noch vor dem Kauf sehen kann, ob einem das ersehnte Kleidungsst\u00fcck auch steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Trends k\u00f6nnen Algorithmen vorhersehen. Sie analysieren Daten von Social Media, Fashion-Blogs und dem Kaufverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten und sagen voraus, welche Trends, Farben und Stile in der kommenden Saison en vogue sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/9da10725-f736-4e93-865a-226d436a2e32\/AAABh1JvCSI\/AAABhKSzRtc\/topos_bigpicture_3_2\/mode-und-KI102.jpeg\" alt=\"KI-inspirierte Mode bei der Paris Haute Couture Week \" title=\"Mirandas \u201eTime To Tech-Up\u201c wurde 2020 im Rahmen der Paris Haute Couture Week im Onlineformat pr\u00e4sentiert, im Kleid stecken \u00fcber 650 Stunden Handarbeit\"\/><figcaption>Mirandas \u201eTime To Tech-Up\u201c wurde 2020 im Rahmen der Paris Haute Couture Week im Onlineformat pr\u00e4sentiert, im Kleid stecken \u00fcber 650 Stunden Handarbeit<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2>Mode von Techniknerds? Nein, danke!<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung, dass eine k\u00fcnstliche Intelligenz auch das Design bestimmt, ist auch f\u00fcr Kenner der Branche befremdlich. Im kreativen Prozess m\u00fcsse man ein Auge darauf werfen, wer hinter der Entwicklung der Computersoftware steckt, empfiehlt Klerks.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Daten und Produkte, die wir allt\u00e4glich benutzen, wurden von \u00fcberwiegend wei\u00dfen, m\u00e4nnlichen Softwareentwicklern gemacht. Die Diversit\u00e4t in den Entwicklerteams fehlt, und so haben die Algorithmen h\u00e4ufig Fehler.\u201c Lange Zeit hat etwa die Gesichtserkennung bei Smartphones nur bei Menschen mit wei\u00dfer Hautfarbe funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<h2>Ma\u00df statt Masse<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Textilindustrie verursacht 2,1 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr, so das Ergebnis einer 2020 von McKinsey und der Global Fashion Agenda ver\u00f6ffentlichten Studie \u201eFashion on Climate\u201c. Das entspricht vier Prozent der globalen Emissionen. In Bezug auf die Nachhaltigkeit kann die k\u00fcnstliche Intelligenz dabei helfen, Produktionsabl\u00e4ufe zu verbessern und Ressourcen zu schonen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schnittmuster k\u00f6nnen etwa so auf den Stoff umgesetzt werden, dass m\u00f6glichst wenig Restmaterial anf\u00e4llt. \u201eEs ist nicht lange her, als sich unsere Gro\u00dfeltern und Urgro\u00dfeltern die Mode auf den Leib schneidern lie\u00dfen\u201c, meint Klerks. \u201eHeute haben wir die M\u00f6glichkeit dank der neuen Technologie, Mode \u201aMade-to-measure\u2018 anzufertigen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei wird ein 3-D-Scan vom eigenen K\u00f6rper angefertigt und die Daten an die Designerinnen geschickt. Deren Entw\u00fcrfe k\u00f6nnen dann auf Ma\u00df produziert und auf Wunsch der Kunden und Kundinnen auch leicht ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2>Computersoftware als neues Werkzeug der Haute Couture<\/h2>\n\n\n\n<p>Digitale Daten materialisiert auch die \u00f6sterreichische Designerin Miranda zu au\u00dfergew\u00f6hnlicher Haute Couture. Die Salzburgerin absolvierte die Modeabteilung der K\u00f6niglichen Akademie der sch\u00f6nen K\u00fcnste in Antwerpen. F\u00fcr ihre Entw\u00fcrfe experimentiert sie mit neuen Materialien und Techniken. F\u00fcr ihre ersten Kollektionen wurden Silikontropfen- und -f\u00e4den sowie 3-D-gedruckte Teile zu futuristischen Kreationen verwoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Spiel mit der Oberfl\u00e4che, bei dem das Fl\u00fcchtige, Immaterielle der virtuellen Welt zu einer formbaren Realit\u00e4t wurde. F\u00fcr die Kompanie Ballet of Difference des Schauspiels K\u00f6ln hat Miranda die Kost\u00fcme entworfen. Im St\u00fcck \u201eXerrox Vol.2\u201c trugen die T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer Kleider und Schals mit Mustern, die auf der Komposition des deutschen Komponisten Alva Noto basieren. Mittels einer Computersoftware, die sie mit dem Coding-K\u00fcnstler Dan Tapper entwickelte wurden die Musikfrequenzen in eine 3-D-Animation \u00fcbersetzt und dann als Muster auf den Stoff gedruckt.<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/reel\/Cqnh_dvuZFV\/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">View this post on Instagram<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/reel\/Cqnh_dvuZFV\/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">A post shared by Flora Miranda (@floramirandaofficial)<\/a>Soziale Netzwerke vollst\u00e4ndig anzeigen<\/p>\n\n\n\n<p>Die hohe Schneiderkunst, die Haute Couture ist bis heute ein wichtiger Teil der Entwurfsarbeit. \u201eEs kommt immer darauf an, welche Idee welche Technik verlangt. Die eine braucht etwas Handgezeichnetes, aber eine andere kann ich gar nicht mit der Hand zeichnen, dann braucht es Generatives Design\u201c, sagt Miranda.<\/p>\n\n\n\n<h2>Hightech trifft High Fashion<\/h2>\n\n\n\n<p>Kunst und Technologie werden immer weiter verschmelzen, ist Miranda \u00fcberzeugt. \u00c4hnlich sieht das Brandon Wen, der US-amerikanische Modedesigner leitet die Modeakademie in Antwerpen: \u201eGeneratives Design bedeutet, programmieren zu k\u00f6nnen. Man muss wissen, wie man Software einsetzen kann, aber um daraus Kleidung zu schneidern, muss man auch eine Ahnung davon haben, wie Stoffe funktionieren, welche Vor- und Nachteile Baumwolle oder Seide haben, wie man sie einsetzen kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bis Generatives Design auf den Laufstegen der Modewochen von Paris bis New York gelandet ist, wird es wohl noch etwas dauern. An den Gedanken eines Modesch\u00f6pfers, der gemeinsam mit einer k\u00fcnstlichen Intelligenz unsere Kleidung entwirft, muss man sich noch gew\u00f6hnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sendungshinweis: KulturMontag, 13.03.2023<\/p>\n\n\n\n<p><em>Nicola Eller, ORF TV Kultur (Text und Gestaltung), ORF TOPOS, Kafeela Adegbite (Schnitt)<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2>Links:<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/bradly.dunn\/?hl=de\">Bradly Dunn Klerk (Instagram)<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.irisvanherpen.com\/\">Iris Van Herpen<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.floramiranda.com\/\">Flora Miranda<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/antwerp-fashion.be\/\">Modeabteilung der K\u00f6niglichen Akademie der sch\u00f6nen K\u00fcnste in Antwerpen<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.schauspiel.koeln\/spielplan\/ballet-of-difference\/xerrox-vol-2-at\/\">Xerrox Vol. 2 (Schauspiel K\u00f6ln)<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>v1.0.4-production (06. April 2023, 08:59:15)<\/p>\n\n\n\n<p>QELLE : ORF.AT\/TOPOS<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Algorithmus im Kleiderkasten Der Algorithmus im Kleiderkasten teilenModeIT Online seit heute, 06:00 Uhr Digitale Technologien machen auch vor der Modebranche nicht halt. Wie wir uns kleiden, wird in naher Zukunft nicht mehr ausschlie\u00dflich der Mensch bestimmen. Mit k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) k\u00f6nnen Trends vorhergesagt und das Konsumverhalten bestimmt werden. Modedesignerinnen<span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1268\">Continue Reading<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1268"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1268"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1268\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1269,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1268\/revisions\/1269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}