{"id":1097,"date":"2023-04-05T17:15:33","date_gmt":"2023-04-05T16:15:33","guid":{"rendered":"http:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1097"},"modified":"2023-04-05T17:15:33","modified_gmt":"2023-04-05T16:15:33","slug":"chronik-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1097","title":{"rendered":"CHRONIK"},"content":{"rendered":"\n<h1>Wolfsschutz: Landespolitik uneins<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Die Wolfssichtung in Pernegg im Bezirk Bruck-M\u00fcrzzuschlag am Wochenende sorgt weiter f\u00fcr Unruhe. Vertreter der Viehbauern fordern, dass zumindest Problemw\u00f6lfe durch J\u00e4ger \u201eentnommen\u201c, also geschossen werden d\u00fcrfen. In der Landespolitik herrscht hier Uneinigkeit.<\/strong>Online seit heute, 13.40 UhrTeilen<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sichtung des Wolfes \u2013 mehr dazu in&nbsp;<a href=\"https:\/\/steiermark.orf.at\/stories\/3201248\">Wolf war in Pernegg an der Mur unterwegs<\/a>&nbsp;\u2013 weckt Erinnerungen an jenen Wolf, der vor etwa einem Jahr bei Neumarkt im Bezirk Murau gesichtet wurde und dort Wild gerissen hat \u2013 mehr dazu in&nbsp;<a href=\"https:\/\/steiermark.orf.at\/stories\/3153577\">Neuerliche Wolfssichtung verunsichert Bauern<\/a>&nbsp;(26.4.2022).<\/p>\n\n\n\n<h2>Bauern machen gegen Wolf mobil<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eWolfStopp \u2013 Initiative zur Regulierung des Wolfsbestandes\u201c: Unter diesem Titel startet Mitte April im Ausseerland eine Kampagne. Gemeinsam mit \u201eWolfStopp\u201c haben die Stadtgemeinde Bad Aussee und die Liezener Bezirkslandwirtschaftkammer zu einem Krisentreffen geladen: Man bef\u00fcrchte, dass W\u00f6lfe etwa in K\u00e4rnten vertrieben werden und vermehrt in der Steiermark Nutzvieh wie etwa Schafe rei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Sorge, die auch Horst Jauschnegg, der Chef des Bereichs Tierzucht in der steirischen Landwirtschaftskammer, teilt: \u201eAus Sicht der Landwirtschaftskammer sehen wir dringenden Handlungsbedarf auf allen Ebenen, weil so wie es bisher gelaufen ist, auch relativ rasch die Steiermark von massiven Wolfsrissen betroffen sein k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2>Andere Bundesl\u00e4nder haben \u201elockerere\u201c Regelungen<\/h2>\n\n\n\n<p>In Tirol, K\u00e4rnten und Nieder\u00f6sterreich wurden schon weniger strenge Regelungen getroffen \u2013 dort k\u00f6nnen Problemw\u00f6lfe, wie es hei\u00dft, entnommen werden. Dass etwas getan werden muss, ist f\u00fcr Jauschnegg klar, denn Entsch\u00e4digungen bei Wolfsrissen seien zu wenig: \u201eEs gibt schon Regelungen f\u00fcr Entsch\u00e4digungen, nur aus Sicht der Landwirte ist es unbefriedigend: Es kann ja nicht das Ziel sein, ein Tier aufzuziehen, damit es dann der Wolf frisst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2>Seitinger f\u00fcr Nachbesserungen, \u2026<\/h2>\n\n\n\n<p>Agrarlandesrat Hans Seitinger (\u00d6VP) unterst\u00fctzt die Forderung der Almbauern: \u201eJedenfalls ist hier nachzubessern. Es ist dringend erforderlich, dass wir W\u00f6lfe, die Nutztiere rei\u00dfen und ihnen unvorstellbares Leid verursachen, entnehmen d\u00fcrfen. Daher bitte ich auch meine zust\u00e4ndige Landesr\u00e4tin Ursula Lackner (SP\u00d6, Anm.), hier einen Weg zur Entnahme einzuschlagen, zu er\u00f6ffnen, der \u00e4hnlich wie in anderen Bundesl\u00e4ndern uns die Chance gibt, einen gangbaren Weg zu finden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2>\u2026 Lackner dagegen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die von Seitinger angesprochene Naturschutzlandesr\u00e4tin Ursula Lackner verweist auf die weit geringere Zahl von Rissen im Vergleich zu etwa K\u00e4rnten und will bei den bestehenden Ma\u00dfnahmen bleiben, \u201eweil ich schon darauf hinweisen muss, und ich bin f\u00fcr den Naturschutz zust\u00e4ndig: Der Wolf ist ein EU-weit streng gesch\u00fctztes Tier, und die R\u00fcckkehr des Wolfes bringt nat\u00fcrlich Konfliktpotenzial. Aber da haben wir uns in den letzten Jahren gut committed auf einen Management-Plan, der uns bisher auch gut begleitet hat und den wir gut zur Anwendung bringen konnten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2>Technischer Weideschutz teuer, aber nicht unm\u00f6glich<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieser Plan sehe etwa auch einen Abschuss von Problemw\u00f6lfen vor \u2013 falls andere Ma\u00dfnahmen wie Vergr\u00e4men mit Gummigeschossen nicht helfen; auch m\u00fcsse man weiter auf Schutzz\u00e4une setzen. Landesrat Seitinger sagt dazu aber: \u201eDas ist einfach technisch unm\u00f6glich. Wenn wir hier Tiere einz\u00e4unen, muss man auch wissen, dass wir dann andere Tiere \u2013 Wildtiere \u2013 und auch Touristen ausz\u00e4unen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich auch Jauschnegg weiter: \u201eInsbesondere auf den Almen ist Herdenschutz nicht m\u00f6glich, technisch ganz, ganz schwierig und wirtschaftlich absolut unm\u00f6glich. Es ist viel zu teuer. Es ist niemand bereit, diese Kosten zu \u00fcbernehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zumindest in Tallagen sei technischer Weideschutz durch verbesserte Elektroz\u00e4une allerdings m\u00f6glich, sagt Reinhard Huber \u2013 er forscht an Weideschutz an der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Raumberg Gumpenstein: \u201eEs gibt Weiden, die im Talgebiet sowieso eingez\u00e4unt sind, diese gilt es nur zu verbessern, dass die dann auch wolfsabweisend sind.\u201c 40 Prozent der Wolfrisse auf Weiden seien in Tallagen zu verzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<h2>Auch EU-Kommission zum Handeln aufgefordert<\/h2>\n\n\n\n<p>Neben neuen steirischen Regelungen f\u00fcr Problemw\u00f6lfe fordert Jauschnegg auch die EU-Kommission auf, den strengen Schutz des Wolfes herabzusetzen \u2013 dementsprechende Initiativen im EU-Parlament gebe es schon.<\/p>\n\n\n\n<p>red, steiermark.ORF.at<\/p>\n\n\n\n<p>QELLE : ORF.AT <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfsschutz: Landespolitik uneins Die Wolfssichtung in Pernegg im Bezirk Bruck-M\u00fcrzzuschlag am Wochenende sorgt weiter f\u00fcr Unruhe. 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