{"id":1045,"date":"2023-03-31T16:50:02","date_gmt":"2023-03-31T15:50:02","guid":{"rendered":"http:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1045"},"modified":"2023-03-31T16:50:02","modified_gmt":"2023-03-31T15:50:02","slug":"le-nozze-di-figaro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1045","title":{"rendered":"\u201eLe Nozze di Figaro\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h1>Mozarts \u201eNetflix-Buster\u201c<\/h1>\n\n\n\n<p>Mozarts \u201eNetflix-Buster\u201c teilen<a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?tags=Kultur\">Kultur<\/a><a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?tags=Kultur\/B%C3%BChne\">B\u00fchne<\/a><a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?tags=Kultur\/Musik\">Musik<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>11. M\u00e4rz 2023, 17:54 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>War es das unerh\u00f6rte Revolutionsst\u00fcck, weil es allen St\u00e4nden gleiche Rechte zusprach? Oder ist es genau das St\u00fcck f\u00fcr unsere an digitalen Unterhaltungsplattformen geschulte Zeit, eine rasche Achterbahn zwischen Drama und Kom\u00f6die, Eifersucht und Eitelkeit? Regisseur Barrie Kosky deutet f\u00fcr die Wiener Staatsoper Mozarts \u201eLe Nozze di Figaro\u201c jedenfalls nicht als Gesellschaftsaufstand \u2013 sondern als St\u00fcck genau f\u00fcr die Gesellschaft der Gegenwart, obwohl das Dekor sehr klassisch wirkt.<a href=\"https:\/\/topos.orf.at\/filter?authors=Gerald+Heidegger\">Gerald Heidegger<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ist es das Revolutionsst\u00fcck, das die Geschehnisse von Paris 1789 drei Jahre im Vorhinein vorausahnte? Ist es das gro\u00dfe St\u00fcck Aufkl\u00e4rung, das die Heirat aus Liebe gegen alle Verhaltensnormen des Adels des 18. Jahrhunderts stellte? Oder ist es einfach eine gro\u00dfe&nbsp;<em>Comm\u00e9die humaine<\/em>, in der alle Regungen des zwischenmenschlichen Lebens im Eiltempo ausgestellt werden, ohne dass darin Wertungen oder Moralismen enthalten sind? Geht man nach dem australischen Regisseur Barrie Kosky, dann ist die Oper aller Opern, \u201eLa Nozze di Figaro\u201c, drittes, wie der Regisseur im Vorfeld sagte: \u201eEs gibt drei gro\u00dfe geniale Gestalter des menschlichen Dramas, die nie werten, aber immer das Lachen auch mit dem Weinen sehen und die Trag\u00f6die auch immer im Licht der Kom\u00f6die: Das ist Shakespeare, das sind Mozart und Da Ponte und das ist schlie\u00dflich Tschechow.\u201c Alle drei Autoren seien in der Lage, die Abgr\u00fcnde des menschlichen Lebens in ein St\u00fcck zu packen \u2013 und sie w\u00fcssten, dass alles, was \u201ean einem Tag wie das Gl\u00fcck aussieht, am anderen Tag schon wieder eine andere Wendung nehmen kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6r- und Seh-Hinweise<br><\/strong><br>ORF 2 zeigt am Freitag, 17.3., 21.20 Uhr, live-zeitversetzt, die gefeierte Inszenierung von \u201eLe Nozze di Figaro\u201c aus der Wiener Staatsoper.<br><br><a href=\"https:\/\/oe1.orf.at\/programm\/20230311\/712339\/Wolfgang-Amadeus-Mozart-Le-nozze-di-Figaro\">\u201eLa Nozze die Figaro\u201c komplett zum Nachh\u00f6ren in \u00d61<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/e528a0dd-607b-40d5-bd24-173457b13bd7\/AAABhtBddgI\/AAABhKSy4UM\/topos_bigpicture_16_9\/nozze-di-figaro-staatsoper118.jpeg\" alt=\"\" title=\"\u201eMozart schafft immer einen Mikrokosmos, an dem er die gro\u00dfen allgemeinen Themen zeigt\u201c, sagt Barrie Kosky\"\/><figcaption>\u201eMozart schafft immer einen Mikrokosmos, an dem er die gro\u00dfen allgemeinen Themen zeigt\u201c, sagt Barrie Kosky<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und so macht der Regisseur, wie man ab Samstag in der neuen Inszenierung dieses Klassikers im Repertoire der Wiener Staatsoper erleben kann, aus dem Haus auf dem Ring ein \u201eHouse of Kosky\u201c, in der dieser Klassiker funktioniert wie eine Netflix-Serie. Und in die der Guckkasten auf der B\u00fchne wie ein Zitat hineingeschoben wird. Alles sieht hier sehr klassisch aus \u2013 und doch ist dauernd ein Spiel im Spiel, auch eines mit den Konventionen von Theater, aber auch von modernen Serienformaten.<strong><\/strong>00:10<strong>Dieses Video ist nicht mehr verf\u00fcgbar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLe Nozze di Figaro\u201c: Rasanter Liebesreigen<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Die Besetzung des neuen Wiener \u201eFigaro\u201c<br><\/strong><br><em>Graf Almaviva:&nbsp;<\/em>Andr\u00e8 Schuen<br><em>Gr\u00e4fin Almaviva:&nbsp;<\/em>Hanna-Elisabeth M\u00fcller<br><em>Susanna:&nbsp;<\/em>Maria Nazarova<em>&nbsp;<\/em>(eingesprungen f\u00fcr die erkrankte Ying Fang)<br><em>Figaro:&nbsp;<\/em>Peter Kellner<br><em>Cherubino:&nbsp;<\/em>Patricia Nolz<br><em>Bartolo:<\/em>&nbsp;Stefan Cerny<br><em>Basilio:&nbsp;<\/em>Josh Lovell<br><em>Antonio:<\/em>&nbsp;Wolfgang Bankl<br><em>Barbarina:<\/em>&nbsp;Johanna Wallroth<br><br><em>Musikalische Leitung:&nbsp;<\/em>Philippe Jordan<br><em>Inszenierung:&nbsp;<\/em>Barrie Kosky<br><em>B\u00fchne:&nbsp;<\/em>Rufus Didwiszus<br><em>Kost\u00fcme:&nbsp;<\/em>Victoria Behr<br><em>Licht:&nbsp;<\/em>Franck Evin<br><em>B\u00fchnenbildassistenz:&nbsp;<\/em>Jan Freese<br><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/www.wiener-staatsoper.at\/spielplan-kartenkauf\/detail\/event\/987014770-le-nozze-di-figaro\/\">Der Inhalt von \u201eLe Nozze di Figaro\u201c im Detail mit Portr\u00e4ts der S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong><\/strong>03:33<\/p>\n\n\n\n<p>Bogdan Ro\u0161\u010di\u0107 \u00fcber die Wurzeln von Mozarts \u201eFigaro\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2>Eine Oper wie ein Serienformat<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00fcrde man die Oper in zehn Kapitel statt den darin stattfindenden Akten zerteilen, man w\u00fcrde in der Beschreibung dieser zehn Kapitel so etwas wie die Punchlines einer Miniserie f\u00fcr Digitalplattformen erkennen k\u00f6nnen. Da will der b\u00fcrgerliche Figaro seine Susanna heiraten \u2013 doch die besondere Lage des Zimmers der beiden gleich neben den Gem\u00e4chern des Grafen erregt Verdacht. Das \u201eRecht der ersten Nacht\u201c, das der Graf eigentlich abschaffte, soll just hier wiederum zum Einsatz kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das war die Premiere<\/strong>:<br><br>Die Premiere am Wochenende wurde zum gro\u00dfen Erfolg \u2013 und das, obwohl die als Susanna besetzte Sopranistin Ying Fang nur wenige Stunden vor der Vorstellung einen Stimmbandblutung erlitt und nicht einen Ton singen konnte. Gerettet wurde der Abend schlie\u00dflich von Einspringerin Maria Nazarova, die den musikalischen Part der Rolle bravour\u00f6s aus dem Orchestergraben bestritt \u2013 w\u00e4hrend Fang die anspruchsvolle schauspielerische Arbeit inklusive stummer, lippensynchroner Mimik ablieferte. Mehr zur Kritik von Sophia Felbermair in&nbsp;<a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3308580\/\">ORF.at<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/b1dee6a4-4251-40c1-b627-f64e78416f2e\/AAABhtBe80I\/AAABhKSzRtc\/topos_bigpicture_3_2\/nozze-di-figaro-staatsoper122.jpeg\" alt=\"\" title=\"Szenen einer Ehe im Hause Almaviva: Hanna-Elisabeth M\u00fcller und Andr\u00e8 Schuen\"\/><figcaption>Szenen einer Ehe im Hause Almaviva: Hanna-Elisabeth M\u00fcller und Andr\u00e8 Schuen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und mit einer Gegenverschw\u00f6rung und ausreichend Personal sollen diese Absichten des Grafen aufgedeckt werden. Die Handlungen dieses Spiels von Hinterhalt, \u00dcberlistung, Eifersucht und vermeintlicher Ehre sind mittlerweile hinl\u00e4nglich bekannt \u2013 und doch wird in Wien diese Oper so erz\u00e4hlt, dass sie sich mit neuer Spannung aufl\u00e4dt, die nicht zuletzt \u00fcber die Musik Mozarts getragen wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/ee464855-0752-44e3-bf2c-d87574851a0f\/AAABhtBbzgs\/AAABhKSzcmk\/topos_body_2_3\/nozze-di-figaro-staatsoper124.jpeg\" alt=\"\" title=\"Eitelkeit trifft Eifersucht: Schon zu Beginn tritt die Netflix-Welt in die Guckkastenwelt\"\/><figcaption>Eitelkeit trifft Eifersucht: Schon zu Beginn tritt die Netflix-Welt in die Guckkastenwelt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Man darf keine Angst haben, ein L\u00e4cheln in den Tr\u00e4nen zu finden und Tr\u00e4nen im L\u00e4cheln.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Regisseur Koskys Leitsatz<\/p>\n\n\n\n<p>Mozart, der mit seinem Librettisten Lorenzo Da Ponte diese Oper in gerade einmal sechs Wochen in einer raschen Schreib- und Komponierarbeit auf der Vorlage des St\u00fccks &#8222;<em>La Folle Journ\u00e9e ou le Mariage de Figaro&#8220;<\/em>&nbsp;(&#8222;<em>Der tolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro&#8220;<\/em>) von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais aus dem Jahr 1778 erarbeitet hatte, dachte in dem, was Filmregisseurinnen und -regisseure so gerne Kadrierung nennen. Eigentlich hatte er die optischen Szenen im Kopf \u2013 und komponierte schon zum Ende des zweiten Aktes jenes ber\u00fchmte Finale, das zum Anfangsduett st\u00e4ndig Personal mit auf die B\u00fchne bringt, bis sich alle Konflikte und Spannungen als Gesamtensemblenummer entladen. Doch da man eben erst am Ende des zweiten Aktes ist, kann das dann doch nur ein Cliffhanger f\u00fcr die weiteren zwei Akte sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/soph-assets.orf.at\/sis\/image\/ef8dfeed-0641-4695-873b-286da7796d5d\/AAABhtBjm10\/AAABhKSzRtc\/topos_bigpicture_3_2\/nozze-di-figaro-staatsoper120.jpeg\" alt=\"\" title=\"Patricia Nolz als Cherubino im Boudoir der Gr\u00e4fin Almaviva (Hanna-Elisabeth M\u00fcller), gemeinsam mit Susanna (Ying Fang), die um ihre Liebesheirat mit Figaro k\u00e4mpfen muss\"\/><figcaption>Patricia Nolz als Cherubino im Boudoir der Gr\u00e4fin Almaviva (Hanna-Elisabeth M\u00fcller), gemeinsam mit Susanna (Ying Fang), die um ihre Liebesheirat mit Figaro k\u00e4mpfen muss<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Unterteilte man diese Oper, die sich aus einer Ouvert\u00fcre und 29 Musiknummern zusammensetzt, in weitere Einheiten, k\u00f6nnte man statt der Akte auch die Perspektivierung des Geschehens auf die verschiedenen Charaktere umw\u00e4lzen, wie es jedes moderne Serienformat tut. Denn auch bei Kosky sieht die Oper aus der Perspektive der Cherubino anders aus als etwa beim Grafen Almaviva.<strong><\/strong>01:37<\/p>\n\n\n\n<p>Dirigent Philippe Jordan \u00fcber die musikalische Konzeption<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die 30 Musiknummern der \u201eNozze di Figaro\u201c<br><\/strong><br><br><strong>Erster Akt<br><br><\/strong>Nr. 1. Duettino (Figaro, Susanna): \u201eCinque\u2026 dieci\u2026 venti\u2026 trenta\u2026\u201c \u2013 \u201eF\u00fcnfe, Zehne, Zwanzig, Drei\u00dfig\u201c (Szene 1)<br>Nr. 2. Duettino (Figaro, Susanna): \u201eSe a caso madama la notte ti chiama\u201c \u2013 \u201eSollt einstens die Gr\u00e4finn zur Nachtzeit dir schellen\u201c (Szene 1)<br>Nr. 3. Cavatine (Figaro): \u201eSe vuol ballare Signor Contino\u201c \u2013 \u201eWill einst das Gr\u00e4flein ein T\u00e4nzchen wagen\u201c (Szene 2)<br>Nr. 4. Arie (Bartolo): \u201eLa vendetta, oh, la vendetta\u201c \u2013 \u201eS\u00fcsse Rache, o s\u00fcsse Rache! Du gew\u00e4hrest hohe Freuden\u201c (Szene 3)<br>Nr. 5. Duettino (Marcellina, Susanna): \u201eVia, resti servita, Madama brillante\u201c \u2013 \u201eNur vorw\u00e4rts, ich bitte, Sie Muster von Sch\u00f6nheit\u201c (Szene 4)<br>Nr. 6. Arie (Cherubino): \u201eNon so pi\u00f9 cosa son, cosa faccio\u201c \u2013 \u201eNeue Freuden. Neue Schmerzen\u201c (Szene 5)<br>Nr. 7. Terzett (Graf, Basilio, Susanna): \u201eCosa sento! Tosto andate\u201c \u2013 \u201eWie? Was h\u00f6r ich! Unverz\u00fcglich geh\u201c (Szene 7)<br>Nr. 8 und Nr. 9. Chor: \u201eGiovani liete, fiori spargete\u201c \u2013 \u201eMuntere Jugend, streue ihm Blumen!\u201c (Szene 8)<br>Nr. 10. Arie (Figaro): \u201eNon pi\u00f9 andrai, farfallone amoroso\u201c \u2013 \u201eDort vergiss leises Flehen, s\u00fcsses Wimmern\u201c (Szene 8)<br><br><strong>Zweiter Akt<br><br><\/strong>Nr. 11. Cavatine (Gr\u00e4fin): \u201ePorgi, amor, qualche ristoro\u201c \u2013 \u201eHeilge Quelle reiner Triebe\u201c (Szene 1)<br>Nr. 12. Arietta (Cherubino): \u201eVoi che sapete che cosa \u00e8 amor\u201c \u2013 \u201eIhr, die ihr Triebe des Herzens kennt\u201c (Szene 3)<br>Nr. 13. Arie (Susanna): \u201eVenite\u2026 inginocchiatevi\u201c \u2013 \u201eKomm n\u00e4her, kniee hin vor mir\u201c (Szene 3)<br>Nr. 14. Terzett (Graf, Gr\u00e4fin, Susanna): \u201eSusanna, or via, sortite\u201c \u2013 \u201eNun, nun! wird\u2019s bald geschehen? Susanne, komm heraus!\u201c (Szene 6)<br>Nr. 15. Duettino (Susanna, Cherubino): \u201eAprite, presto, aprite!\u201c \u2013 \u201eGeschwind die Th\u00fcr ge\u00f6fnet!\u201c (Szene 7)<br>Nr. 16. Finale: \u201eEsci, ormai, garzon malnato!\u201c \u2013 \u201eKomm heraus, verworfner Knabe!\u201c (Szene 8)<br><br><strong>Dritter Akt<br><br><\/strong>Nr. 17. Duettino (Graf, Susanna): \u201eCrudel! Perch\u00e9 finora farmi languir cos\u00ec?\u201c \u2013 \u201eSo lang hab ich geschmachtet\u201c (Szene 2)<br>Nr. 18. Rezitativ und Arie (Graf): \u201eHai gi\u00e0 vinta la causa!\u201c \u2013 \u201eDer Prozes schon gewonnen?\u201c<br>\u201eVedr\u00f2, mentr\u2019io sospiro\u201c \u2013 \u201eIch soll ein Gl\u00fcck entbehren\u201c (Szene 4)<br>Nr. 19. Sextett: \u201eRiconosci in questo amplesso\u201c \u2013 \u201eLass mein liebes Kind dich nennen!\u201c (Szene 5)<br>Nr. 20. Rezitativ und Arie (Gr\u00e4fin): \u201eE Susanna non vien!\u201c \u2013 \u201eUnd Susanne kommt nicht?\u201c<br>\u201eDove sono i bei momenti\u201c \u2013 \u201eNur zu fl\u00fcchtig bist du verschwunden\u201c (Szene 8)<br>Nr. 21. Duettino (Gr\u00e4fin, Susanna): \u201eChe soave zeffiretto\u201c \u2013 \u201eWenn die sanften Abendl\u00fcfte\u201c (Szene 10)<br>Nr. 22. Chor: \u201eRicevete, o padroncina\u201c \u2013 \u201eGn\u00e4dge Gr\u00e4finn, diese Rosen\u201c (Szene 11)<br>Nr. 23. Finale: \u201eEcco la marcia\u2026 andiamo\u201c \u2013 \u201eLasst uns marschiren! In Ordnung!\u201c (Szene 13)<br>Chor: \u201eAmanti costanti, seguaci d\u2019onor\u201c \u2013 \u201eIhr treuen Geliebten, mit Kr\u00e4nzen geschm\u00fcckt\u201c (Szene 14)<br><br><strong>Vierter Akt<br><br><\/strong>Nr. 24. Cavatine (Barbarina): \u201eL\u2019ho perduta\u2026 me meschina!\u201c \u2013 \u201eUngl\u00fcckseelge, kleine Nadel\u201c (Szene 1)<br>Nr. 25. Arie (Marcellina): \u201eIl capro e la capretta\u201c \u2013 \u201eEs kn\u00fcpfen auf den Fluren\u201c (Szene 4)*<br>Nr. 26. Arie (Basilio): \u201eIn quegli anni in cui val poco\u201c \u2013 \u201eIn den Jahren, wo die Stimme\u201c (Szene 7)*<br>Nr. 27. Rezitativ und Arie (Figaro): \u201eTutto \u00e8 disposto\u201c \u2013 \u201eAlles ist richtig\u201c<br>\u201eAprite un po\u2019 quegli occhi\u201c \u2013 \u201eAch! \u00f6fnet eure Augen\u201c (Szene 8)<br>Nr. 28. Rezitativ und Arie (Susanna): \u201eGiunse alfin il momento\u201c \u2013 \u201eEndlich naht sich die Stunde\u201c<br>\u201eDeh vieni non tardar, o gioia bella\u201c \u2013 \u201eO s\u00e4ume l\u00e4nger nicht, geliebte Seele!\u201c (Szene 10)<br>Nr. 29. Finale: \u201ePian pianin le andr\u00f2 pi\u00f9 presso\u201c \u2013 \u201eStill! nur still! ich will mich n\u00e4hern\u201c (Szene 11)<br><br>*&nbsp;<em>Nr. 25 und 26 wurden wie meist \u00fcblich auch diesmal in Wien gestrichen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h2>Eine Oper als st\u00e4ndige Begleiterin<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eIch lebe schon eine lange Zeit mit dieser Oper\u201c, erz\u00e4hlte Regisseur Kosky im Vorfeld der Premiere bei einer Matinee der Staatsoper im Gespr\u00e4ch mit Staatsopernchef Bogdan Ro\u0161\u010di\u0107. Eigentlich sei der \u201eFigaro\u201c eine Oper, die man alle zehn Jahre als Regisseur machen m\u00fcsse. Die Genialit\u00e4t dieses Werks bestehe gerade in der Verzahnung von dramaturgischen und musikkompositorischen Elementen, ohne dass je eine Form von Langweile oder Durchh\u00e4nger entst\u00fcnde. \u201e\u201aNozze\u2018 ist ein Geschenk f\u00fcr einen Regisseur\u201c, so Kosky, der wieder an seinen Leitsatz erinnert: \u201eMan darf keine Angst haben, ein L\u00e4cheln in den Tr\u00e4nen zu finden und Tr\u00e4nen im L\u00e4cheln.\u201c Mozart f\u00e4llte kein Urteil \u00fcber die Charaktere, so der Regisseur, und f\u00fcgt hinzu: \u201eEr pr\u00e4sentiert die Welt als Mikrokosmos, der mehr \u00fcber uns zu sagen hat als ein gro\u00dfes Drama.\u201c So wechselt er rasch vom Schmerzhaften zum Lachen: \u201e\u201aFigaro\u2018 ist oft unertr\u00e4glich, doch am Ende kommt diese wundersch\u00f6ne Musik, die alles \u00fcberwindet, und zugleich wei\u00df man, dass es am n\u00e4chsten Tag schon wieder ganz anders sein k\u00f6nnte\u201c, so der Regisseur, der es gerade als die gro\u00dfe St\u00e4rke des St\u00fccks ansieht, dass man nie wisse, ob man sich gerade in einer Kom\u00f6die oder in einer Trag\u00f6die befinde.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Kosky, ehemals Chef der Komischen Oper in Berlin, die Operette liebe, ist gerade f\u00fcr die Umsetzung dieses St\u00fccks auch richtungsweisend. Die Anlage des \u201eFigaro\u201c verweist in gewisser Weise tief auf die soziale Welt der Operette: Alle St\u00e4nde sind demnach in der Lage, die gro\u00dfen menschlichen Dramen mitzuerleben und damit auch mitzuspielen. Und so ist der \u201eFigaro\u201c eben nicht ein St\u00fcck \u00fcber die Heirat aus Liebe des neu aufkommenden B\u00fcrgertums, sondern eine Arbeit \u00fcber die Emanzipation des B\u00fcrgertums hinauf, alle Fragen des Lebens auch auf der B\u00fchne zu den eigenen Fragen erkl\u00e4ren zu d\u00fcrfen.<a href=\"https:\/\/sound.orf.at\/radio\/oe1\/beitrag\/2413892\/le-nozze-di-figaro-neuinszenierung-an-der-staatsoper\">\u00d61 Beitrag zur Neuinszenierungzur Website<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dass das St\u00fcck, das 1786 auf dem Wiener Burgtheater uraufgef\u00fchrt wurde und den Umweg des Prager Erfolgs brauchte, um sich auch hierzulande durchsetzen zu k\u00f6nnen, eine entsch\u00e4rfte Version von Beaumarchais sei, wollte schon der Opernkenner Ulrich Schreiber nie gelten lassen: In Mozarts Oper, so Schreiber, w\u00fcrden \u201ekeineswegs, wie lange behauptet, die politischen Implikationen des Schauspiels verdr\u00e4ngt, sondern in einer musikspezifischen Weise ausgesprochen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Gerald Heidegger (Text), ORF Topos, Florian Gebauer (Video)<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2>Links:<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/www.wiener-staatsoper.at\/spielplan-kartenkauf\/detail\/event\/986903550-le-nozze-di-figaro\/\">Der neue \u201eFigaro\u201c an der Wiener Staatsoper<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HdxX1w6Gn3s\">Die gesamte Matinee zum \u201eFigaro\u201c aus der Staatsoper<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/oe1.orf.at\/player\/20230310\/712259\/1678429667000\">\u00d61-Morgenjournal \u00fcber \u201eLe Nozze di Figaro\u201c<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>v1.0.4-production (14. March 2023, 10:02:17)<\/p>\n\n\n\n<p>QELLE : ORF.AT TOPOS<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mozarts \u201eNetflix-Buster\u201c Mozarts \u201eNetflix-Buster\u201c teilenKulturB\u00fchneMusik 11. M\u00e4rz 2023, 17:54 Uhr War es das unerh\u00f6rte Revolutionsst\u00fcck, weil es allen St\u00e4nden gleiche Rechte zusprach? Oder ist es genau das St\u00fcck f\u00fcr unsere an digitalen Unterhaltungsplattformen geschulte Zeit, eine rasche Achterbahn zwischen Drama und Kom\u00f6die, Eifersucht und Eitelkeit? Regisseur Barrie Kosky deutet f\u00fcr<span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1045\">Continue Reading<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1045"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1045"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1045\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1046,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1045\/revisions\/1046"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}