{"id":1011,"date":"2023-03-31T16:10:13","date_gmt":"2023-03-31T15:10:13","guid":{"rendered":"http:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1011"},"modified":"2023-03-31T16:10:13","modified_gmt":"2023-03-31T15:10:13","slug":"kultur-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1011","title":{"rendered":"KULTUR"},"content":{"rendered":"\n<h1>Filmakademie beendet Zusammenarbeit mit Land<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Die Kritik der Kulturbranche am \u00d6VP-FP\u00d6-Arbeits\u00fcbereinkommen in Nieder\u00f6sterreich hat erste Konsequenzen: Die Akademie des \u00d6sterreichischen Films wird die Zusammenarbeit mit Nieder\u00f6sterreich beenden. Das hat Auswirkungen auf die Filmpreis-Gala.<\/strong>Online seit heute, 8.27 Uhr&nbsp;(Update: 12.12 Uhr)Teilen<\/p>\n\n\n\n<p>Vergangenen Juni wurden die \u00f6sterreichischen Filmpreise noch in Grafenegg (Bezirk Krems) verliehen und damit an einem von Nieder\u00f6sterreichs bedeutendsten Schaupl\u00e4tzen f\u00fcr Kulturveranstaltungen. Heuer wird das nicht mehr der Fall sein. Wie die Akademie des \u00d6sterreichischen Films Freitagfr\u00fch via Aussendung wissen lie\u00df, beendet die Akademie die Zusammenarbeit mit Nieder\u00f6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesem Schritt entschlossen hat sich die Akademie \u201eaufgrund der politischen Entwicklungen in Nieder\u00f6sterreich und der dort eingesetzten neuen Regierungskoalition zwischen \u00d6VP und FP\u00d6\u201c. Das Ende der Zusammenarbeit mit Nieder\u00f6sterreich gelte einer Sprecherin zufolge \u201ebis auf weiteres\u201c. Diese Entscheidung schlie\u00dft auch mit ein, dass auf die Jahresf\u00f6rderung verzichtet werde. F\u00fcr Nieder\u00f6sterreich bedeutet das unter anderem, dass ebenfalls bis auf weiteres keine Filmpreisverleihungen und Galaveranstaltungen im Bundesland mehr stattfinden werden.<\/p>\n\n\n\n<h2>N\u00e4chste Filmpreisgala in Wien<\/h2>\n\n\n\n<p>Verena Altenberger, die Pr\u00e4sidentin der Filmakademie, pr\u00e4zisierte die Entscheidung wenige Stunden nach der offiziellen Aussendung im ORF-Interview: \u201eWir finden, dass die Regierungskoalition in Nieder\u00f6sterreich Menschen Verantwortung in die H\u00e4nde legt, die nicht voll umf\u00e4nglich demokratisch handeln, die rassistisch und fremdenfeindlich handeln. Mit diesen Menschen wollten wir die Zusammenarbeit nicht fortsetze.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Grafenegg heuer nicht Austragungsort der \u00d6sterreichischen Filmpreise ist, hat mit dem Entschluss der Akademie des \u00d6sterreichischen Films allerdings noch nichts zu tun. Geplant war die Austragung \u2013 unabh\u00e4ngig der politischen Entwicklungen \u2013 im Globe Wien, allerdings h\u00e4tte Grafenegg 2024 wieder zum Zug kommen sollen. Das ist damit vom Tisch und die Veranstalter brauchen eine alternative Location.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/oekastatic.orf.at\/mims\/2022\/27\/43\/crops\/w=1280,q=90\/1407642_bigpicture_506643_apavergabe_oesterreichischer_filmpreis_2022_altenbergerriahi_.jpg?s=53b957f728930f60bededcd0413834c200d2b2b4\" alt=\"ABD0225_20220630 \u2013 GRAFENEGG \u2013 \u0085STERREICH: (V.l.n.r.) Pr\u008asidentin Verena Altenberger sowie Pr\u008asident Arash T. Riahi am Donnerstag, 30. Juni 2022, anl\u008asslich der Vergabe ,,\u0085sterreichischer Filmpreis 2022&quot; im Auditorium Grafenegg. \u2013 FOTO: APA\/TOBIAS STEINMAURER\"\/><figcaption>Die letzten Filmpreise wurden 2022 noch in Grafenegg verliehen \u2013 damit ist vorerst Schluss<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2>\u00d6VP kontert: \u201eMangelndes Demokratieverst\u00e4ndnis\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Die nieder\u00f6sterreichische \u00d6VP zeigte f\u00fcr die Entscheidung der Akademie des \u00d6sterreichischen Films kein Verst\u00e4ndnis. Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bernhard Ebner teilte in der Fr\u00fch schriftlich mit, dass \u201emanche ihre Kunstinstitution f\u00fcr parteipolitische Zwecke\u201c nutzen w\u00fcrden und bem\u00e4ngelte, dass es \u201eeinigen ganz offensichtlich immer noch schwerf\u00e4llt, das Ergebnis demokratischer Wahlen anzuerkennen. Das ist ein bedenkliches Zeugnis eines mangelnden Demokratieverst\u00e4ndnisses\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Rande eines Medientermins \u00e4u\u00dferte sich nach Ebner dann auch Nieder\u00f6sterreichs Landeshauptfrau. Im Interview mit noe.ORF.at sagte sie \u201eder Kunst ihre Freiheit und ihre freien Entscheidungen\u201c. Zudem betonte sie, dass es im Land Nieder\u00f6sterreich eine Hauptverantwortliche f\u00fcr die Kultur g\u00e4be, \u201eund das bin ich\u201c. Sie werden weiterhin \u201ealles tun mit den Kulturschaffenden und unseren Kulturbetrieben, um Nieder\u00f6sterreich weiter als starkes Kulturland zu positionieren und dieses Profil zu st\u00e4rken\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung der Akademie des \u00d6sterreichischen Films nehme man in Nieder\u00f6sterreich laut Ebner jedenfalls \u201ezur Kenntnis\u201c. Die 71.000 Euro an F\u00f6rdermitteln, die die Akademie heuer ausschl\u00e4gt, flie\u00dfen ihm zufolge &#8222;jedenfalls direkt in die Jugendf\u00f6rderung im Bereich von Kunst und Kultur. Den Kulturschaffenden entsteht durch die Entscheidung der Filmakademie also kein finanzieller Schaden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h2>SP\u00d6 sieht Mikl-Leitner \u201enicht gewachsen\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eDass die Akademie des \u00d6sterreichischen Films die Zusammenarbeit mit Nieder\u00f6sterreich beendet, zeigt leider, dass die Mikl-Leitner-\u00d6VP der gro\u00dfen Kulturtradition Nieder\u00f6sterreichs nicht mehr gewachsen ist\u201c, \u00fcbte Wolfgang Zwander, Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SP\u00d6 Nieder\u00f6sterreich heftige Kritik. Die Landeshauptfrau solle entweder die Preisverleihung \u201ezur\u00fcckholen oder die Kulturagenden an jemanden abgeben, der dieser Aufgabe gewachsen ist\u201c. Nachsatz: \u201eStehen als n\u00e4chstes die vielen herausragenden Veranstaltungen des Theatersommers auf dem Spiel?\u201c Landeshauptmann a. D. Erwin Pr\u00f6ll (\u00d6VP) w\u00e4re ein derart \u00f6ffentlichkeitswirksamer Schnitzer auf Kosten der Reputation Nieder\u00f6sterreichs \u201esicher nicht passiert\u201c, so Zwander.<\/p>\n\n\n\n<h2>Seit Wochen breite Proteste aus der Kultur<\/h2>\n\n\n\n<p>Schon bevor fixiert war, dass der \u00d6VP-FP\u00d6-Pakt tats\u00e4chlich zustande kommt, hatten mehrere Kunst- und Kulturschaffende gefordert, mit der FP\u00d6 nicht zusammenzuarbeiten \u2013 mehr dazu in&nbsp;<a href=\"https:\/\/noe.orf.at\/stories\/3198949\/\">K\u00fcnstler gegen FP\u00d6-Regierungsbeteiligung<\/a>&nbsp;(noe.ORF.at; 16.3.2023). Wenige Tage sp\u00e4ter wurde der Unmut in Kulturkreisen auch der Festivaler\u00f6ffnung \u201eImago Dei\u201c in Krems deutlich. Dort war die \u00d6VP-FP\u00d6-Zusammenarbeit Thema Nummer eins abseits des Programms.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehrere Kunstschaffende fanden dort klare Worte gegen die FP\u00d6 in Regierungsverantwortung \u2013 unter anderem der Schriftsteller Robert Menasse, der die Zusammenarbeit als \u201ev\u00f6llig unverst\u00e4ndlich\u201c bezeichnete. Sein Schriftstellerkollege Doron Rabinovici sprach von den nieder\u00f6sterreichischen Freiheitlichen unter Udo Landbauer als \u201eeinen Ausleger der FP\u00d6, der ja noch rechtsextremer ist, als die Partei sonst schon ist\u201c \u2013 mehr unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/noe.orf.at\/stories\/3199303\/\">Kultur: \u201eUnverst\u00e4ndnis\u201c \u00fcber \u00d6VP-FP\u00d6-Pakt<\/a>&nbsp;(noe.ORF.at; 18.3.2023).<\/p>\n\n\n\n<p>red, noe.ORF.at<\/p>\n\n\n\n<h2>Link:<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/www.oesterreichische-filmakademie.at\/\">Akademie des \u00d6sterreichischen Films<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>QELLE : ORF.AT<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Filmakademie beendet Zusammenarbeit mit Land Die Kritik der Kulturbranche am \u00d6VP-FP\u00d6-Arbeits\u00fcbereinkommen in Nieder\u00f6sterreich hat erste Konsequenzen: Die Akademie des \u00d6sterreichischen Films wird die Zusammenarbeit mit Nieder\u00f6sterreich beenden. Das hat Auswirkungen auf die Filmpreis-Gala.Online seit heute, 8.27 Uhr&nbsp;(Update: 12.12 Uhr)Teilen Vergangenen Juni wurden die \u00f6sterreichischen Filmpreise noch in Grafenegg (Bezirk Krems)<span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/wienernachrichten.at\/?p=1011\">Continue Reading<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1011"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1011"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1011\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1012,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1011\/revisions\/1012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wienernachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}